Weberei

Weberei

Weberei, die Herstellung von Geweben (Stoffen, Zeugen) aus den Garnen der Spinnstoffe durch regelmäßiges Verknüpfen und Ineinandergreifen der Fäden, erfolgt auf dem Webstuhl, der durch Hand und Fuß des Menschen (Handwebstuhl) oder durch Maschinen (Webmaschine, Maschinenstuhl, Kraftstuhl) in Bewegung gesetzt wird, sowie auch mit Einrichtungen zur Einfügung von Mustern (z.B. bei der Jacquardmaschine) verbunden werden kann. Die Kette (s.d.) wird vor dem Verweben geleimt (bei tierischem Spinnmaterial) oder geschlichtet (bei Wolle); die Schlichte ist ein Kleister aus Kartoffel- oder Weizenmehl (Mehlschlichte) oder eine Abkochung von Isländischem Moos (Moosschlichte). In einem Webstuhl sind die Kettenfäden zunächst auf dem Kettenbaum aufgewickelt und laufen von da durch die auslenkenden, das Fach oder Sprung (Oberfach, Unterfach) bildenden Organe (Schäfte, Maillons der Jacquardlitzen, Tringles etc.). Nach Eintragung des querlaufenden Fadens (Schusses, Einschlag, Eintrag) wird dieser durch das an der schwingenden Lade befindliche Blatt (Kamm [s.d.], Rietblatt, Rietkamm) in die Kehle des Faches geschlagen und dadurch das Gewebe gebildet, welches abgezogen bez. auf einen Waren- oder Zeugbaum aufgewickelt wird. Die W. zerfällt nach dem verwendeten Material in Baumwoll-, Woll-, Leinwand-, Jute-, Seiden-W., nach der Art der Fadenverbindung in W. glatter, geköperter, gazeartiger, samtartiger, gemusterter Stoffe. Die W., schon im Mittelalter blühend, wurde erst bedeutend nach Erfindung des mechan. Webstuhls durch Cartwright (1786).


http://www.zeno.org/Brockhaus-1911. 1911.

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  • Weberei [1] — Weberei, die Herstellung der Gewebe (Zeuge, Stoffe). Gewebe ist ein flächenartiges Fadengebilde, bei welchem sich zwei Fadengruppen (Kette und Schuß) unter gegenseitiger gesetzmäßiger Schränkung derart kreuzen, daß die eine Fadengruppe (die Kette …   Lexikon der gesamten Technik

  • Weberei [2] — Weberei. Die Neuerungen, welche in der letzten Zeit beim Bau der Webereimaschinen vorgenommen worden sind, beziehen sich hauptsächlich auf die Erhöhung der Leistungsfähigkeit. So hat man die Spulmaschinen mit sehr rasch wirkenden Fadenführern… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Weberei — Weberei. 1) ein Gebäude od. eine Anlage, in welcher Zeuge gewebt werden; vorzugsweise aber eine mechanische W d.h. eine solche, in welcher auf Maschinenwebstühlen gearbeitet wird; 2) der Inbegriff aller zum Weben erforderlichen Arbeiten u.… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Weberei — Weberei, s. Weben …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Weberei — einfaches Gewebe Kettfaden (1) und Schussfaden (2) Die Weberei ist eine der ältesten Techniken der …   Deutsch Wikipedia

  • Weberei — We|be|rei 〈f. 18; Textilw.〉 I 〈unz.〉 das Weben u. alle Vorgänge, die damit zusammenhängen II 〈zählb.〉 1. Betrieb, in dem Gewebe hergestellt werden 2. das Gewebte, Webarbeit * * * We|be|rei, die; , en: 1. <o. Pl.> das ↑ Weben (1) …   Universal-Lexikon

  • Weberei I — 1 57 die Webereivorbereitung 1 die Kreuzspulmaschine 2 das Wandergebläse 3 die Laufschiene für das Wandergebläse 4 das Ventilatorgebläse 5 die Ausblasöffnung 6 das Haltegestänge für die Ventilatorschiene 7 die Anzeigevorrichtung für den… …   Universal-Lexikon

  • Weberei II — 1 die Webmaschine (der Webstuhl) 2 der Tourenzähler 3 die Führungsschiene der Schäfte m 4 die Schäfte m 5 der Schusswechselautomat (Revolverwechsel) zum Kanettenwechsel m 6 der Ladendeckel 7 die Schussspule 8 der Ein und Ausrückhebel 9 der… …   Universal-Lexikon

  • Weberei — We·be·rei die; , en; eine Fabrik oder Werkstatt, in der Stoffe oder Teppiche hergestellt werden …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Weberei — We|be|rei …   Die deutsche Rechtschreibung

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